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Viele werden es gar nicht kennen, aber Morbus Crohn tritt immer häufiger in Westeuropa auf. Morbus Crohn ist eine chronische autoimmune Darmentzündung, die in Schüben verläuft. Die Ursache der nach dem Amerikaner Burril Bernhard Crohn benannten Erkrankung ist nach wie vor nicht geklärt, so dass der Schwerpunkt einer Therapie auf der größtmöglichen Verlängerung der beschwerdefreien Zeit liegt.
In der Regel treten die Symptome erstmals zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr auf, wobei Männer und Frauen gleichermaßen betroffen sind. Typisch sind starke, meist rechtsseitige Bauchschmerzen, Fieber und wochenlange Durchfälle. Als Folge der Erkrankung kann es zu Fisteln, Abszessen und, bedingt durch eine gestörte Nahrungsverwertung, auch zu Mangelerscheinungen kommen. Morbus Crohn ist weder ansteckend noch tödlich, kann jedoch diverse Komplikationen auslösen. In schweren Fällen sind Operationen unumgänglich, etwa um zwischen verschiedenen Geweben entstandene Hohlräume, sogenannte Fisteln, zu schließen, oder stark entzündete Darmbereiche zu entfernen. Die Krankheit ist aufgrund ihrer unbekannten Ursache zwar nicht heilbar, kann aber in vielen Fällen in Schach gehalten werden, so dass die Betroffenen ein weitgehend beschwerdefreies Leben führen können.
Morbus Crohn – Therapie und Prävention akuter Schübe
Bei akuten Schüben kann eine ballaststoffarme oder vorwiegend flüssige Ernährung dazu beitragen, die Symptome zu lindern, während gegen die Durchfälle Opioide wie Loperamid eingesetzt werden, um die Darmbewegungen zu verlangsamen. Des Weiteren wirken Kortison und Antibiotika der Entzündung entgegen.
Das Hauptaugenmerk der Therapie liegt jedoch nicht auf der Behandlung eines Schubs, sondern auf dessen Vermeidung. Immunsuppressiva sind bei schweren Verläufen des Morbus Crohn sowie bei vielen anderen Autoimmunerkrankungen das Mittel der Wahl. Eine allgemeingültige spezielle Diät gibt es leider nicht, sodass jeder Betroffene selbst herausfinden muss, welche Nahrungsmittel er gut verträgt, um in Absprache mit dem behandelnden Arzt einen persönlichen Ernährungsplan auszuarbeiten. Während eine ursächliche psychosomatische Komponente bei Morbus Crohn noch diskutiert wird, gilt als sicher, dass Stress akute Schübe mit auslösen kann. Eine Psychotherapie dient somit nicht nur dem Umgang mit der Erkrankung, sondern auch einer besseren Bewältigung kritischer Lebensumstände.